WLKMNDYS // Lieblingshände // Franca Neuburg

Am Arbeitstisch mit Franca Neuburg

Ähnlich “tickende“ Menschen zu treffen, mit denen man direkt warm ist, ohne sich eigentlich zu kennen, ist großes Glück. Mich begeistern Persönlichkeiten, die es schaffen ihre eigene Welt um sich zu bauen, ihren eigenen Look erfinden, ihre Nische graben und eine runde wunderbare echte Sache machen. Es sind Freunde mit Lieblingshänden, mit denen man am liebsten stundenlang am Arbeitstisch sitzen und einen Ausflug in deren Lebenswelt machen möchte.

Mit Franca war das so. Ein Kaffeegespräch am Telefon und ein Blick auf ihre liebevollen Produkte hat gereicht, dass sie mit ihren Zauberhänden direkt ohne Umwege mit ihrer Welt in mein Herz gesprungen ist.

Regelmäßig werde ich euch nun in meiner neuen Serie „Lieblingshände“ Menschen aus allen Bereichen vorstellen, die mich begeistern, die mit ihren Händen wundervolle Dinge machen, Künstlerlebensgeschichten erzählen und Do-It-Yourself leben! Und weil sie eben dieses Händchen für Schönes haben, frage ich sie nach einer DIY Idee für Große oder Kleine oder alle zusammen! Ich bin wahnsinnig gespannt, welche Sammlung an Händen, Geschichten und Ideen mit der Zeit entstehen wird.

Aber jetzt geht’s los: Herzlich Willkommen Franca Neuburg!

WLKMNDYS // Lieblingshände // Franca Neuburg

Dachs, Ameisenbär, Löwe und Fuchs, sicher kennt ihr die berühmten Hampeltiere, die in keinem Kinderzimmer fehlen dürfen. Sie sind von ZENZIdesign, der Marke von Franca.

WLKMNDYS // Lieblingshände // Franca Neuburg

Sie ist Illustratorin, Grafikerin, (Achtung, neues Lieblingswort:) Sachenmacherin, rheinische Frohnatur mit selbstdiagnostiziertem Farbentick und besitzt eine Leidenschaft für den Kölner Karneval. Was sie jedes Jahr aus ihrer Kostümwunderkammer zieht, ist nicht von dieser Welt! Und wer denkt, dass Farbentick bedeute sie lebe knallbunt, der irrt sich. Vielmehr geht es um das Suchen und Finden der optimalen Farbzusammenstellungen – was sie perfekt beherrscht. Das weiße Taschentuch mit dem azurblauen “töröst“- Elefanten war das erste Produkt in ihrem Dawanda Shop, hat schon unzählige Augen wieder zum Strahlen gebracht und ist ein Muss in jeder Geschenkeschublade, in der Kleinigkeiten zu Gast sind, um im richtigen Moment ihren großen Auftritt zu bekommen.
Wenn Franca also nicht gerade in ihrem wunderschön grünen Hinterhofatelier an neuen Produkten und ihrem “Farbentick“ feilt, dann trifft man sie bestimmt im Skatepark am Rhein, wo sie sich von ihren beiden Jungs die neuesten Tricks auf Rollen beibringen lässt!

Franca, wie schön, dass du mit deinen Zauberhänden hier bist und den Startschuss zu meiner neuen Serie gibst!

WLKMNDYS // Lieblingshände // Franca Neuburg

Liebe Franca, erzähl uns, wie du Illustratorin, Grafikerin und Sachenmacherin geworden bist und ob du dir das als Kind schon so erträumt hast.

Ich glaube schon … Ich habe wirklich schon immer gezeichnet und gewerkelt. Und ich habe früh gemerkt, dass ich das am besten kann und auch gerne immer machen möchte. Nach der Schule wusste ich allerdings noch nicht so genau, wie ich das anstellen soll.
Deshalb habe ich erstmal mit einer Freundin eine Weltreise gemacht. Das war eine gute Idee, denn auf Reisen hat man ja wirklich viel Zeit zum Grübeln. Ich kam dann darauf, in Münster Grafikdesign (mit dem Schwerpunkt Illustration und Buchkunst) zu studieren. Das war super!

Du kommst doch bestimmt aus einem kreativen Elternhaus, oder?

Ich bin ein Lehrerkind, aber dennoch ging es bei uns immer sehr kreativ zu. Mein Vater hat Goldschmied gelernt, als Buchhändler gearbeitet und Grafiken, Bücher und Kunst gesammelt. Ausserdem haben meine Eltern ein verrücktes, wunderschönes Haus gebaut. Mit einem Geheimgang, Glasschrägen und einem verzauberten Garten. Die Baustelle war mein Spielplatz. Ein Traum für jedes Kind.

Seit wann bist du selbstständig?

Da ich Illustration studiert habe, war nach dem Studium eigentlich schnell klar, dass ich mich selbständig mache. Das hat sich in unserem Familienalltag schon oft bewährt, weil wir dadurch im Alltag sehr flexibel sind.

We Like Mondays, und du? Wie sieht ein alltäglicher Montag in eurer Familie aus?

Wenn ich ehrlich bin, mochte ich Montage noch nie so richtig. Ich finde es zwar immer super, an einem Montagmorgen in mein Atelier zu kommen, aber oft hänge ich in Gedanken dann doch noch ein wenig dem schönen Wochenende nach. Montags sind wir auch alle noch ziemlich bummelig und hetzen dann mit den Kindern zur Schule und in den Kindergarten. Da mein Mann und ich beide selbständig sind, treffen wir zwei uns meistens danach noch mal auf einen Kaffee und besprechen die Woche. Am Montagnachmittag verabreden wir uns dann oft mit Freunden im Park und das macht diesen Tag dann doch noch immer zu einem guten Start in die Woche.

Deine Kinder sind bestimmt auch solche Kreativköpfe wie du, oder? Färbt deine Kreativität ab?

Wir färben eher gegenseitig aufeinander ab, glaube ich. Wobei für mich fest steht, dass die beiden die größeren Kreativköpfe sind. Ganz oft stehe ich staunend vor ihren kleinen, besonderen Kunstwerken und denke: »so gut werde ich nie wieder!«. Kinder gestalten mit einer Unbeschwertheit, die uns scheinbar im Laufe der Zeit irgendwie, irgendwo verloren gegangen ist. Wenn ich morgens durch den Kindergartenflur gehe, schaue ich mir oft die Bilder an den Wänden an und nehme davon auch etwas für mich mit in den Tag.

Arbeitest du als Illustratorin eher am Bildschirm oder beginnt dein Schaffensprozess mit Papier und Stift?

Ich beginne jedes Projekt mit Stift und Papier. Ich habe auch ein Skizzenbuch, aber das ist meistens gerade nicht da, wenn ich es brauche. Darum kritzel ich vieles auf irgendein Blatt und pinne es an die Wand. Und ich baue immer Modelle von den Dingen, die ich entwerfe. Und irgendwann mittendrin, kommt dann auch mein Computer zum Einsatz.

Gibt es ein Handwerk, das du gerne lernen würdest?

Ja, ich würde gerne Schneidern und Tischlern können – so richtig von der Pike auf.

WLKMNDYS // Lieblingshände // Franca Neuburg

Als DIY Idee hast du die großartigen Schauschatzkästen mitgebracht und ich liebe sie! Erzähl uns doch ein bisschen mehr darüber!

Ich liebe diese Schaukästen, wie man sie oft in Naturkunde-Museen findet. Dort sind dann Fundstücke nach Farben und Formen sortiert und ordentlich in ihren Kästen hinter Glas aufgereiht. Die Schmetterlinge und Käfer tun mir dabei immer leid, aber ich staune doch über diese aufwändige Art der Präsentation. Die Sammlungen wirken in ihren Kästen dadurch immer sehr besonders und wertvoll.

Und weil unsere Jungs auch große Sammler sind, habe ich irgendwann damit begonnen, diese kleinen Kästen für die Wand zu bauen. Mein Jüngster hat eine Weile sehr sehr kleine Star-Wars-Flugzeuge gezeichnet und danach akribisch mit seinen kleinen Händchen ausgeschnitten. Überall in der Wohnung lagen diese winzigen Flieger verteilt. Ich habe sie Tag für Tag gesammelt und die Hübschesten in einem Kästchen angeordnet.

In einem anderen Schaukasten habe ich die Tascheninhalte von meinem älteren Sohn gesammelt. Immer wenn ich vor dem Waschen seine Hosentaschen leere, habe ich irgendwelche Fundstücke in der Hand. Ich finde das jedes mal rührend, denn diese kleinen Deckel, Ringe und Sternchen, bedeuten ihm wirklich viel. Darum bekamen diese Dinge – nach Farben und Größen sortiert – auch ihren Schatz-Schaukasten. Ab und zu kommt dann ein neuer Kasten mit neuen Schätzen dazu. Die Kinder behalten so die Dinge, die sie wirklich mögen, in Erinnerung und lernen, sich von anderen Dingen zu trennen.

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Herzlichen Dank für den kleinen Einblick in deine Welt und für deine wunderschönen Ideen!

Headerbild und Portrait Sebastian Pranz
Produktbild Poster ZENZIdesign
Produktbilder Schatzschaukästen Anne Deppe

5 Gedanken zu „Am Arbeitstisch mit Franca Neuburg“

      1. Danke Dir Andrea! Das ist wirklich eine sehr schöne Inspiration, wie vieles auf Deinem blog.
        Genieß den Sommer am Wochenende und überhaupt, herzlich Nina

  1. Liebe Andrea,
    man kann beim Lesen des Posts so richtig Deine Leidenschaft für alles Kreative fühlen … ganz toll geschrieben!
    Und, liebe Franka, deine Kästen sind eine supersüße Idee. Oh ja, dieser „Kleinkram“ ist für die Lütten soo wertvoll – ich vergesse das im Alltags-Stress ziemlich oft und schimpfe dann über den ganzen „Mist“, der so rumfliegt – danke fürs Erinnern.
    Liebe Grüße,
    Dorthe

    1. Liebe Dorthe,
      vielen lieben Dank! So wunderschön die Kästen und eine tolle Sammlung, die ewig wachsen kann!
      Ganz herzliche Grüße,
      Andrea

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